Bilder zur Flussreise mit der A-Rosa Luna auf der Rhône

Liebeserklärung an ein Schiff, seine Crew und Frankreich im Allgemeinen

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 Savoir Vivre in nur 3 Tagen

 

 

Als Reisebüroinhaberin habe ich ja ab und an die ehrenvolle Verpflichtung und Aufgabe neue Urlaubsformen und -ziele zu erkunden. So kann ich besser einschätzen was zu den Wünschen meiner Kunden passt.

Nicht der schlechteste Job, ich weiß, aber nicht immer ist das, was ich da teste, auch nach meinem persönlichen Geschmack.
Und das meine ich durchaus wörtlich... aber der Reihe nach...

Frankreich... die Rhône...

Zugegeben nicht gerade meine 1.Wahl, wenn ich selbst verreisen möchte. Flussreisen haben so etwas Angestaubtes und dann noch in einem Land, dessen Sprache ich nicht spreche, aufgrund wenig positiver Erfahrung in der Vergangenheit.
Aber ich will das Schiff unbedingt kennenlernen. Insbesondere dessen Küche, der man in touristischen Kreisen nachsagt, eine der Besten ihrer Art zu sein.

So führt mich meine Reise auf die A-Rosa Luna, die mich von Lyon aus ein Stück weit auf der Route Méditerranée mitnimmt in die vielgelobte Provence und seine Lavendelfelder.


Der Flughafen Lyon trifft dann auch schon mal genau meine Erwartungen, besser gesagt meine Befürchtungen..
Lange Schlangen bei der Ausweiskontrolle. Von 6 Schaltern sind nur 2 geöffnet. Die Luft ist stickig, Kinder quengeln. Nach 30 Minuten erreiche ich endlich das Gepäckband und stehe vor einem Haufen Koffer, teilweise aufgeplatzt.
Das Gepäckband steht und ich steige wie alle Fluggäste aus München auf das Kofferband um meinen Koffer aus dem Gewühle zu schnappen; wohl wissend, dass jeden Moment das Band wieder anspringen kann.
Fängt ja schon gut an, meine Reise !

Aber dann kommt alles anders.

Im Eingangsbereich des Flughafens werde ich und Mitreisende von einer sehr netten Französin begrüßt und wenig später zum Bus geleitet, der uns zum Anlegehafen der A-Rosa Luna in Lyon bringt.
Dort werde ich von der Crew herzlich empfangen... mit einer roten Rose !
Hach, wie lange ist das her, dass mir jemand eine rote Rose geschenkt hat...
Mit einem Lächeln auf den Lippen nehme ich meine Zimmerkarte in Empfang, suche meine Kabine auf und bin schon das nächste Mal geplättet: Rot-orange Farben, ein Baldachin über den Betten, und jede Menge Stauraum im Badezimmer. Letzteres mit einer richtigen Duschkabine und nicht so einem lapprigen Vorhang wie auf anderen Schiffen.
Meine Rose findet Platz in einer bereits bereitgestellten Vase mit Wasser drin ! Hallooo ? Wo bitteschön wird noch so mitgedacht ? Wow... Die Sektflasche auf dem Zimmer zur Begrüßung bleibt erstmal zu. Aber der Obstkorb lässt mich dann doch schwach werden.

 


Ich mache mich auf, um das Schiff ein wenig zu erkunden. Den sonnendurchfluteten Speisesaal, die Weinlounge, das Sonnendeck mit Infinitypool.
Der Wellnessbereich mit Fitnessraum und die Sauna mit traumhaftem Blick auf den Fluss lassen erahnen, dass dieses Schiff also nun wirklich nicht nur für das Klientel 70plus gedacht ist... und als mir ein paar Kinder fröhlich entgegenspringen ist klar: hier fühlen sich auch Familien wohl.
Und derer befinden sich gleich ein paar auf dieser Reise. Besondere Angebote für Familien, sowohl hinsichtlich des Preises als auch des zu diversen Terminen eigens für Kids zugeschnittenen Programms, machen so eine Flussreise ja auch für Familien durchaus attraktiv.

Die Auslaufparty am warmen Sommerabend mit einem hauseigenen Cocktail in der Hand ist stimmungsvoll...um nicht zu sagen mega-stimmungsvoll und romantisch...

DJ Andy spielt das A-Rosa Theme „Following my heart“...
Hach...das Leben ist schön... Ich bin gerade mal 5 Stunden hier und schon im absoluten Urlaubsmodus.

Aber das ist zu einem Großteil der Aufmerksamkeit und Fürsorge der ganzen Crew geschuldet, allen voran dem Hotelmanager der Luna. Ersin und seine Mannschaft sind nicht nur ein eingespieltes Team, sie pflegen auch untereinander einen respektvollen und familiären Umgang. Und das spürt man dann auch als Gast hier an Bord.
Ein hohes Maß an Servicebereitschaft ist bei ihm und seiner Crew nicht nur eine Arbeitsanweisung... nein sie wird gelebt ! 24h am Tag... von jedem Einzelnen und jeden Tag auf´s Neue. Oder haben Sie schon mal jemanden kennengelernt, der pfeifend und offensichtlich gut gelaunt in einer dampfigen, fensterlosen und winzigen Waschküche Tag für Tag dafür sorgt, dass die Gäste makellose Bettwäsche und Handtücher haben und der unzählige Crew-Hemden aufbügelt ?
Vielleicht ist es nur ein subjektiver Einruck, aber mir begegnen leider in meinem Arbeitsumfeld immer häufiger Menschen, die scheinbar mit Nichts mehr zufrieden sind, sich über Kleinigkeiten aufregen und vor allem Wertschätzung und den Respekt gegenüber anderen verloren zu haben scheinen.

Ein speziell für unsere Gruppe organisierter Rundgang durch das „Allerheiligste“ des Schiffes, die Küche, offenbart: gemessen an dem geringen Platz – wie aber auf jedem Schiff – wird auch hier Enormes geleistet.
In einer Küche, deren Arbeitsfläche teilweise kleiner ist als in so mancher privaten 4-Personen-Haushalt-Küche wird hier mehrmals täglich für 176 Gäste und 50 Crew-Mitglieder gekocht... ach was sage ich... gezaubert !
Auch Brot und Kuchen werden selbst gebacken; neben einem opulenten Frühstück wird das Essen für das Mittagsbüffet, den nachmittäglichen Snack mit Kuchen, Wraps und Sandwiches sowie für das Abendessen immer frisch zubereitet. Dazu gibt es mehrmals in der Woche ein 4- oder 5-Gänge-Menü, welches gegen einen geringen Aufpreis gebucht werden kann. Meisterhaft zubereitet vom Küchenteam der A-Rosa Luna.

Ein solches Menü darf ich gerade genießen.
Ich lasse mir also das Menü Francaise munden. Als Vorspeise Parfait von der Gänseleber auf Pumpernickel mit Armagnac Pflaumen und Salatbouquet. Danach eine traditionelle französische Zwiebelsuppe mit Croutons (mir fehlt hier eigentlich nur ein wenig frischer Thymian). Als Hauptspeise wird ein butterweicher Heilbutt mit Senfkruste und dazu Rahmspinat mit Roquefort und Kartoffeln der Sorte La Ratte, einer französischen Kartoffelsorte (musste ich auch erst mal googeln...) serviert. Den krönenden Abschluss bildet eine Tarte tatin mit Eis und Früchten...gibt es etwas Schöneres als ein solch köstliches Essen ?


Vor kurzem haben wir abgelegt und Viviers verlassen.
Natürlich nicht ohne vorher einen Ausflug in die faszinierende Landschaft der Ardeche, einem Lavendelmuseum und einer der zahlreichen Tropfsteinhöhlen gemacht zu haben.
Auch wenn das Wetter sich von seiner launischen Seite zeigt und so manches Lavendelfeld bereits abgemäht ist: Ein rundum gelungener Ausflug – auch dank des Reiseleiters Alain, der es versteht sein Wissen mit viel Witz rüberzubringen. Der ganze Bus biegt sich zeitweise vor Lachen.

Nun geht es also weiter auf dem Fluss, dem ich anfangs so gar nichts abgewinnen konnte und stelle fest: ich lag absolut falsch. Traumhafte Landschaften und Städte ziehen vorbei... und das langsame Dahingleiten entschleunigt ungemein. Ab und an stört diese Ruhe nur die Alarmhupe des Kapitäns, welche die Gäste ermahnt die Köpfe einzuziehen. Es naht eine sehr niedrige Brücke – eine von vielen, die noch folgen – und würde man die Hand ausstrecken, so könnte man diese sogar berühren. Wäre allerdings keine gute Idee, denn man sollte die Wucht und das rostige Eisen nicht unterschätzen.

Ich sitze in der Lounge, genieße die Vorzüge meines Premium All inclusive Pakets, als es sich verdunkelt... wir fahren in eine Schleuse. Kapitän Claude, ein Meister seines Fachs, manövriert dabei das Schiff so sicher und zentimetergenau, dass die A-Rosa Luna rechts und links gerade mal noch ca. 50cm von der Schleusenwand trennen.
Bei der nächsten Schleuse schaue ich mir dann schon das Spektakel an Deck an... mittlerweile in feucht-fröhlicher Runde.
Arbeit kann so schön sein !

Noch am Abend erreichen wir Avignon. Während die meisten Gäste sich, geplättet und erledigt von so vielen Eindrücken, bereits zur Ruhe in ihre Kabinen begeben haben, genieße ich das Grillen der Zirpen, den lauen Sommerabend und das Panorama von Avignon in wundervoller Gesellschaft.
Und vergesse dabei doch glatt, ein Foto von der Traumkulisse der beleuchteten Stadt zu machen.
Egal... ich sauge den Moment ein und speichere ihn für immer in meinen Erinnerungen.
Der Kapitän legt derweil sanft an. Die Luna liegt nun nur ein paar Meter von der berühmten Brücke von Avignon am Flussufer.

Ausschlafen ist nicht drin, aber ich bin ja auch zum Arbeiten hier. So begebe ich mich dann am nächsten Morgen auch etwas verschlafen zum Frühstücksbuffet. Die gute Laune des netten Mannes an der Omelett-Station steckt an. Sein frühmorgendliches „Guten Morgen, Madame. Wie geht es Ihnen ? Haben Sie gut geschlafen ?“ schlägt dann auch den Morgenmuffel in mir schachmatt.
Und die Riesenauswahl an Tees - lose wie im Beutel - tut ihr Übriges, damit auch dieser Tag ein guter Tag wird. Denn oft werden, besonders auf Schiffen, Teetrinker doch sehr vernachlässigt und mit Kamille, Pfefferminz und English Breakfast in Teebeuteln abgespeist.

 

Während sich eine Gruppe aktiver Radfahrer zum Bikertreff zu einer kleinen Radtour zusammengefunden hat, begebe ich mich mit unserer Kleingruppe auf Stadtrundgang durch Avignon, wobei erst einmal der Besuch des berühmten Papstpalastes ansteht. Interessant, ungewöhnlich, wenn auch für meine Begriffe – da dieses ehemals katholische Bauwerk nunmehr eher als Kunstmuseum fungiert – teilweise sehr gewöhnungsbedürftig.
Der anschließende Einkaufsbummel durch die Stadt, die sich zudem gerade im Festivalfieber befindet, entschädigt dafür umso mehr.

In Geschäften werde ich überaus nett bedient... auch ohne ein Wort Französisch zu können. „Merci“ kommt mir dann ebenso freundlich wie ehrlich über die Lippen.
Ein junger Mann spricht mich auf der Straße an und entschuldigt sich auf Englisch als ich ihm sage, dass ich leider der französischen Sprache nicht mächtig bin.
Womit nun auch endgültig mein 2.Vorurteil aus dem Weg geräumt wäre. Da sag nochmal einer, die Franzosen würden sich anderen Nationalitäten nicht sprachlich öffnen.

Gut bepackt mit Souvenirs, Lavendelhonig und diverser anderer regionaltypischer Produkte kehre ich zum Schiff zurück.
Ich muss mich ja schliesslich noch frisch machen für das für heute Abend angekündigte Grill-Event auf dem Sonnendeck der A-Rosa Luna.
Das gesamte Küchenteam hat sich dazu wieder mal mächtig ins Zeug gelegt. Es gibt Spanferkel mit zahlreichen Beilagen. Und man sollte es nicht für möglich halten, wie man in einer Schiffsküche ein solch zartes Fleisch mit einer Kruste, so knackig und knusprig wie Chips, hinbekommt. Ehrfürchtig lasse ich mir ein Stückchen geben, obwohl ich aufgrund der immer noch hochsommerlichen Temperaturen an Deck eigentlich überhaupt keinen Hunger verspüre.
Die zauberhaft duftenden Waffeln, frisch aus dem Waffeleisen, mit einer warmen Kirschsauce runden auch dieses Abendessen kulinarisch ab.
Jetzt noch einen Sparkling Mirabelle und meine kleine Genusswelt ist perfekt.
Fast... denn heute ist bereits der letzte Tag meiner Kurzreise auf der Rhône. Und es macht sich Wehmut breit.
Ich bin glücklich, diesen Abend wieder in geselliger Runde verbringen zu dürfen.
Savoir Vivre... ich kann kein Französisch, aber ich habe mittlerweile gelernt, was es bedeutet.

Der nächste Tag bedeutet Abschied nehmen.
Von einer traumhaften Landschaft, einem erstklassigen Flussschiff und von vielen wundervollen Menschen, die ich auf dieser Reise kennenlernen durfte.

Ich kann kaum in Worte fassen wie dankbar ich der gesamten Crew der A-Rosa Luna dafür bin, dass sie alle ihr Bestes gegeben haben, um diese Tage für mich und zahlreiche andere Gäste unvergesslich zu machen.

Nur wie bedankt man sich am Besten für diese wundervolle Zeit ?
Ich werde versuchen, möglichst viele meiner Kunden für diese Reise zu begeistern.
Und ich komme einfach wieder... Versprochen...

Eure Ines Hönle

 

 

 

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